ORVUNO ECONOMY
Vom ersten Einkauf bis zum Konzern

ORVUNO Spielanleitung

ORVUNO ist eine fortlaufende Wirtschaftssimulation. Du führst einen Betrieb nicht über einen einzelnen Produktionsknopf, sondern über eine zusammenhängende Kette aus Einkauf, Lager, Personal, Maschinen, Herstellung, Verkauf, Logistik und Finanzierung. Diese Anleitung erklärt den Ablauf so, dass du jederzeit weißt, was als Nächstes sinnvoll ist.

Für Web & AndroidEinsteigerfreundlichStand: September 2026
Die wichtigste ORVUNO-Regel: Plane vom Kunden rückwärts. Frage zuerst, welche Ware in welcher Menge gebraucht wird. Prüfe dann Fertigwarenlager, Produktionszeit, Rohstoffe, Verpackungen, Personal, Maschinen und Lieferweg. So vermeidest du teure Leerläufe und unnötig gebundenes Kapital.

1. Spielstart: So denkst du in ORVUNO

Nach der Anmeldung wird dein gespeicherter Accountzustand geladen. Jeder Betrieb besitzt sein eigenes Betriebsgeld, Lager, Maschinen, Personal, Aufträge und operative Zustände. Dein Ziel ist nicht einfach maximaler Umsatz, sondern ein Unternehmen, das seine Kosten tragen, Liefertermine einhalten und sinnvoll wachsen kann.

  1. Prüfe zuerst dein Betriebsgeld und freie Lagerkapazität.
  2. Sieh nach, welche Kundenaufträge oder Marktchancen konkret Nachfrage erzeugen.
  3. Berechne, welche Rohstoffe und Verpackungen für die benötigte Menge fehlen.
  4. Plane Einkauf und Lieferzeit, bevor du Produktion versprichst.
  5. Starte Produktion erst, wenn Personal, Maschinen, Material und späterer Lagerplatz zusammenpassen.

Tipp: Das eingebaute Tutorial startet beim ersten Mal automatisch und kann später im Spielerprofil erneut geöffnet werden. Zusätzlich erklären die ?-Symbole direkt an den Spielflächen den jeweiligen Vorgang.

2. Einkauf und Lieferanten

Im Einkauf beschaffst du Rohstoffe und Verpackungsmaterial. Lieferanten unterscheiden sich nach Preis, Qualität, Entfernung und Lieferzeit. Der günstigste Stückpreis ist deshalb nicht automatisch das beste Angebot.

So gehst du vor

Achtung: Plane Produktion nie mit Ware, die nur bestellt, aber noch nicht eingelagert ist.

3. Laufende Lieferungen und Wareneingang

Bestellte Ware durchläuft einen eigenen Lieferstatus. Erst wenn sie wirklich angekommen ist, kann sie in den passenden Lagerbereich übernommen werden. ORVUNO prüft beim Einlagern erneut, ob ausreichend Platz vorhanden ist.

Der Wareneingang ist deshalb ein eigener logistischer Schritt. Kauf und Lagerzugang sind bewusst getrennt.

4. Lager und Kapazität

Das Lager ist einer der wichtigsten Engpässe im Spiel. Rohstoffe, Verpackungen und Fertigwaren können getrennt geführt werden. Entscheidend ist nicht nur, was insgesamt vorhanden ist, sondern ob es im richtigen Bereich liegt und dort noch Platz frei ist.

Rohstoffe & Verpackung

Diese Bestände werden für Produktion und Abfüllung benötigt. Ein Auftrag kann nur auf Material zugreifen, das tatsächlich im Lager vorhanden ist.

Fertigwaren

Fertige Ware muss vor dem Verkauf bzw. der Auslieferung eingelagert werden können. Ein volles Fertigwarenlager kann einen abgeschlossenen Produktionsschritt blockieren.

Praxisregel: Halte Reservekapazität frei. Ein komplett gefülltes Lager verhindert Flexibilität bei überraschenden Lieferungen oder dringenden Aufträgen.

5. Personal richtig einsetzen

Personal stellt Arbeitsleistung und Qualifikation bereit und erzeugt laufende Kosten. Mehr Beschäftigte sind daher nicht automatisch besser. Stelle nur so viel Kapazität ein, wie Material, Maschinen und Nachfrage tatsächlich nutzen können.

6. Maschinen, Wartung und Durchsatz

Rezepte benötigen passende Maschinentypen. Eine Maschine muss verfügbar und einsatzfähig sein. Bereits belegte, defekte, verkaufte oder in Wartung befindliche Anlagen können einen Auftrag nicht gleichzeitig erneut starten.

Typischer Fehler: Eine neue Maschine kaufen, obwohl eigentlich fehlende Rohstoffe oder ein volles Lager den Durchsatz begrenzen.

7. Produktion planen und starten

In der Produktion gibst du eine gewünschte Ausgabemenge an. ORVUNO berechnet daraus Materialbedarf, erwartete Dauer und variable Kosten. Zwischen „einplanen“ und „starten“ besteht ein wichtiger Unterschied.

  1. Menge wählen und Bedarf prüfen.
  2. Auftrag einplanen. Dadurch entsteht eine Warteschlange, aber Material wird noch nicht automatisch verbraucht.
  3. Beim tatsächlichen Start prüft das Spiel Lagerbestand und Maschinenverfügbarkeit erneut.
  4. Erst beim Start werden die benötigten Bestände entnommen und die Maschine belegt.
  5. Nach Ablauf muss das Ergebnis eingelagert werden können.

Warum diese Trennung? Zwischen Planung und Start kann sich dein Bestand durch andere Vorgänge verändern. Die erneute Prüfung verhindert, dass ein Auftrag mit längst verbrauchtem Material startet.

8. Abfüllung und verkaufsfähige Ware

Bei Produkten mit separatem Abfüllschritt reicht das hergestellte Zwischenprodukt allein nicht. Zusätzlich können Flaschen, Verschlüsse, Etiketten und eine passende Abfüllanlage erforderlich sein.

9. Kundenaufträge auswählen

Kundenaufträge geben dir konkrete Nachfrage. Prüfe nicht nur den Auftragswert, sondern Produkt, Menge, offene Restmenge, Preis, Lieferfrist und deine tatsächlichen Kosten.

Wirtschaftlichkeit

Material, Produktion, Personal, Maschinen, Lager, Finanzierung und Logistik bestimmen gemeinsam, ob ein Auftrag wirklich attraktiv ist.

Lieferfähigkeit

Plane rückwärts von der Frist. Berücksichtige Lieferantenlaufzeit, Produktionsdauer, Abfüllung und Auslieferung.

Teillieferungen können sinnvoll sein, wenn du nicht sofort die gesamte Restmenge liefern kannst. Der verbleibende Teil des Auftrags bleibt dann offen.

10. Auslieferung und Logistik

Die Auslieferung übergibt Fertigware tatsächlich an den Kunden. Das Spiel zeigt offene Menge und verfügbaren Bestand. Du entscheidest bewusst, wie viel geliefert wird.

Priorität: Bei knapper Ware können dringende oder wirtschaftlich wichtigere Aufträge Vorrang haben.

11. Markt, Preise und Deckungsbeitrag

Marktpreise und Nachfrage können sich verändern. Ein hoher Verkaufspreis ist nur dann gut, wenn nach allen relevanten Kosten noch genug Deckungsbeitrag übrig bleibt.

12. Finanzen, Liquidität und Kredite

Umsatz ist nicht dasselbe wie verfügbares Geld. Einkauf kann heute bezahlt werden, während der Verkaufserlös erst später entsteht. Gleichzeitig laufen Personal-, Maschinen-, Miet-, Logistik- oder Finanzierungskosten weiter.

13. Ausbau: Erst den Engpass finden

Ausbau ist dann sinnvoll, wenn eine konkrete Begrenzung dein profitables Geschäft bremst. Das kann Lagerplatz, Maschinenleistung, Personal, Fläche oder Finanzierung sein.

  1. Engpass benennen.
  2. Einmalige und laufende Kosten prüfen.
  3. Kontrollieren, ob die restliche Lieferkette nach dem Ausbau mithalten kann.
  4. Liquiditätsreserve für die Anlaufphase behalten.

Nicht automatisch wachsen: Mehr Fläche oder größere Maschinen helfen nicht, wenn Nachfrage oder Materialversorgung fehlen.

14. Mehrere Betriebe und Betriebswechsel

Wenn du mehrere Betriebe besitzt, hat jeder seinen eigenen operativen Zustand. Betriebsgeld, Lager, Aufträge und Produktionsabläufe gehören zum jeweils aktiven Unternehmen.

15. Coins, Premium und Firmengeld

Coins und Premium sind kontobezogen und vom normalen Betriebsgeld getrennt. Ein normaler Einkauf, eine Produktion oder ein Betriebswechsel soll deshalb nicht versehentlich einen Store-Kauf auslösen.

Spielprinzip: Premium und Coins ergänzen den Account. Die eigentliche Wirtschaft aus Beständen, Produktionsentscheidungen, Aufträgen und Betriebsgeld bleibt der Kern von ORVUNO.

Eine gute erste Spielrunde

Wenn du neu bist, kannst du dich an dieser Reihenfolge orientieren:

  1. Einen überschaubaren Kundenbedarf oder Produktionsplan auswählen.
  2. Fehlende Rohstoffe und Verpackungen in passender Menge bestellen.
  3. Lieferung abwarten und einlagern.
  4. Personal und Maschine prüfen.
  5. Produktion starten und anschließend – falls nötig – abfüllen.
  6. Fertigware einlagern und Auftrag teilweise oder vollständig ausliefern.
  7. Erlös, Kosten und Engpässe auswerten, bevor du die nächste Investition tätigst.